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Inkasso-Mafia auf Schuldner-Jagd

Zwar ist bisher in Deutschland noch kein Fall bekannt geworden, aber möglich ist alles.

Agressive Geldeintreiber-Inkassos in den USA setzen ihre Schulden-Opfer zunehmend über soziale Netzwerke unter Druck, lt. Bericht der „Huffington Post“.

„Facebook“ bietet aufgrund einer hohen Nutzerzahl die ideale Basis. Außerdem erfolgt keine genauere Prüfung der angelegten Profile. Es werden von Inkasso-Mitarbeitern sogar Fake-Profile erstellt um Schuldner aufzuspüren und an Daten zu kommen. Es ist keine Seltenheit, dass die Geldeintreiber auf diesem Weg auch Schuldner online und öffentlich anprangern. Oft geben Sie sich als gute Bekannte der Opfer aus um zu Anfangs einen Kontakt herzustellen.

Auch viele deutsche Inkasso-Büros werden zunehmend aggressiver und „Social-Media-Belästigungen“ könnten auch hier früher oder später zu einem Problem werden.

Bedingt durch eine hohe Beschwerdezahl wurde letzen Herbst in England ein Gesetz erlassen, das die Online-Belästigung durch Geldeintreiber verbietet.

Auch in Österreich wurde bereits ein Verbot wie in England diskutiert.

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Telefonterror von Inkasso

Anrufe von Inkasso-Büros bezüglich einer offenen Forderung, werden immer häufiger eingesetzt. Wenn nicht abgenommen wird, sind bis zu 10 Anrufe täglich fast normal.

Dies sind die häufigsten Gründe.
der Schuldner reagiert nicht auf Schreiben.
Die Ratenzahlung wurde nicht eingehalten.
Letzte Möglichkeit bevor das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet wird.
Abgelaufene Stundungsfrist.

Das Inkasso-Büro ist bevollmächtigt, im Auftrag des Gläubigers die Schulden einzutreiben. Reagiert man nicht auf die Schreiben des Inkasso, kann man am Wochenende oder abends angerufen werden. Ein Inkasso-Büro, oder eintreibende Anwaltskanzlei müssen ihre Telefonnummer nicht einblenden und viele tun es auch nicht, genausowenig wie sie oft keine Anrufbeantworter besprechen. Erfragt man den Grund, wird auf den Datenschutz verwiesen. Es könne ja sein, dass jemand anderer als der Schuldner zurückrufen könnte, wenn die Nummer auf dem Display zu sehen ist. Event. sei ja nichts von der Forderung bekannt. „Quatsch mit Soße“… Die wissen sehrwohl, dass so die Chance größer ist, jemand zu erreichen.

Es ist gesetzlich zulässig und weder nach dem Zivil- noch Strafrecht verboten.

Viele Inkasso-Betreiber rufen regelmäßig an und das auch, wenn ein Zahlungsverzug gerade mal 2 Tage besteht. Sie setzen einfach auf eine Zermürbungstaktik und wenn es dem Schuldner richtig auf die Nerven geht, zahlt er oft freiwillig schon im Voraus, dass er endlich keine dieser Anrufe mehr bekommt.

Wenn Sie wieder so ein Anruf erwischt, legen Sie einfach auf. Schalten Sie Ihren Anrufbeantworter ein, sofern vorhanden, und hören Sie ob es Bekannte sind. Ansonsten nehmen Sie nicht ab und rufen Sie auch nicht zurück.


In sehr massivem Telefonterror, kann der Schuldner eine einsweilige Verfügung beantragen, um gerichtlich eine Unterlassung wegen extremer Forderungspraktiken durchzusetzen. Allerdings muss der Schuldner nachweisen können, dass er in unangebrachter Weise unter Druck gesetzt wurde. Ist nun mal gesetzlich so, auch wenn es absolut nicht gefällt.

Inkasso-Außendienst kommt Sie besuchen

Immer häufiger erfolgen Besuche von Inkasso-Außendienst-Mitarbeitern. Die Erfolgsaussichten auf Zahlungen sind dadurch größer, als nur auf dem Postweg. Es soll mit den Schuldnern vor Ort eine Lösung zur Bezahlung der Forderung gefunden werden. Ein Besuchsgrund ist auch, ein Schuldanerkenntnis unterschreiben zu lassen und sich ein Bild vom persönlichen Umfeld des Schuldners zu machen.

Sie sind keinesfalls gesetzlich verpflichtet, einen Inkasso-Mitarbeiter in Ihre Wohnung zu lassen. Der Mitarbeiter des Inkasso hat im Gegensatz zum Gerichtsvollzieher keinerlei Befugnisse. Aber falls gegen die Forderung noch kein vollstreckbarer Titel vorliegt, ist der Inkasso-Außendienst oft die letzte Instanz, bevor der Mahnbescheid beantragt wird.

Inkasso-Mitarbeiter sind sehr gut geschult und darauf getrimmt, dem Schuldner ein schlechtes Gewissen einzureden und sich dann als eine Art helfender Wohltäter hinzustellen. Lassen Sie sich unter keinen Umständen dazu drängen etwas zu unterschreiben, nur damit Sie den Inkasso-Mitarbeiter schnell wieder los haben. Sagen Sie freundlich aber bestimmt, dass Sie keinen Besuch wünschen und sich entweder selbst telefonisch beim Inkasso-Betreiber melden, oder Sie möchten eine schriftliche Information haben. Wenn der Außendienstler von Ihnen aufgefordert wird zu gehen, hat er das auch umgehend zu tun, ansonsten kann ein Strafantrag gestellt werden. Wenn Sie ein generelles Hausverbot aussprechen, darf auf keinen Fall mehr ein Besuch des Mitarbeiters erfolgen. Tut er es dennoch, kann eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt werden.

Aber nicht alle Inkasso-Außendienstler sind skrupellos, es gibt auch kundenorientierte. Allerdings sollte auch hier nichts unterschrieben werden, genausowenig wie Sie Unterlagen zur Einsicht geben sollten.