Insolvenz – realer Bericht wie es ist und sein kann

Hier veröffentliche ich einen Bericht eines Blog-Besuchers. Er beschreibt seine eigenen Erfahrungen und das sehr ausführlich. Hoffentlich erreicht dieser klasse Bericht viele Leser. Geben Sie nicht auf, es gibt immer einen Weg. Nur manchmal ist er ein klein wenig größer.

 

Ein großer Fehler von uns. Wir hatten jahrelang einfach über unsere Verhältnisse gelebt. Die Ausgaben überstiegen die Einnahmen seit langem und es war nur eine Frage der Zeit bis uns richtig Ärger im Haus stand. Unbezahlte Rechnungen, Schreiben von Inkassounternehmen und dann noch die Kreditkündigung. Als der Gerichtsvollzieher sich anmeldete suchten wir nach Hilfe. Sicherlich hatten sich unsere Schulden über Jahre angesammelt, aber nun sollte alles ganz schnell gehen, also schnell die nächste Schuldnerberatung angerufen wegen der von uns gedachten Soforthilfe. Aber Pustekuchen, Termin in 6 Monaten. Aber unsere Unterlagen hätten wir schon mal in 3 Wochen vorbei bringen können damit sie dann auch gleich 6 Monate später bearbeitet werden.

Der zweite Versuch bei der Caritas endete mit einem ähnlichem Ergebnis. Also beschlossen wir die Mahnungen und die ganze restliche unangenehme Post erst einmal in einem großen Karton zu verstauen. Zwischenzeitig durchforsteten wir das Internet und suchten nach einem neuen großen Kredit der alles abdecken sollte. Nach 3 Anfragen bei Kreditfirmen wurde uns dann klar, die Idee war auch nicht gut. Natürlich wurde unsere Anfrage jedesmal negativ beschieden. Bei unseren Internetausflügen landeten wir dann auf der Seite der deutschen Schuldenbefreiung aus Bad Eilsen. Da ich durch unsere ganzen Probleme immer passiver wurde bat ich meine Frau dort doch einmal anzurufen. Nach einem längeren Telefonat das sie dann mit der deutschen Schuldenbefreiung führte, kamen von Ihr die Worte „Alles klar, übermorgen kommt ein Mitarbeiter der Firma vorbei.“ Dann war auch schon Übermorgen und der Mitarbeiter kam pünktlich zum vereinbarten Termin.




Wir saßen dann stundenlang vor dem besagtem Karton aus dem der Mitarbeiter die noch zum Teil ungeöffnete Post entnahm und nach Gläubigern und Datum erst einmal ordnete. Als nächsten Schritt wurden dann die Schuldensalden festgestellt und addiert. Das nun folgende Ergebnis wich emens von unseren Vorstellungen der gesamten Schuldenhöhe ab. Unsere Schulden waren bedeutend höher als von uns gedacht. Als nächstes wurden unsere Einnahmen den Ausgaben gegenüber gestellt. Die Aufstellung der Einnahmen ging sehr schnell, jedoch die Aufstellung der Ausgaben löste manche Diskusion über die tatsächlich Notwendigkeit aus und führte in der Zukunftsplanung zu diversen Streichungen. Uns war vollkommen klar, dass die Schulden nicht einfach gestrichen und für erledigt erklärt werden können. Also was soll den Gläubigern angeboten werden, welche Beträge sind möglich und was können wir auch wuppen. Die von uns bis vor 2 Monaten monatlich geleisteten Euro 850,- gingen nicht mehr, aber was war möglich ? Durch eine Lohnpfändung würden die Gläubiger monatlich maximal Euro 260,- erhalten, der gleiche Betrag wie in einer Inso. Aber diese Inso wollten wir nicht und laut der Berechnungen waren für uns auch auf Dauer monatlich Euro 450,-möglich. Also einigten wir uns dann in der Hoffnung auf gutes Gelingen auf Euro 400,-. Für die nun unbedingt notwendigen Vergleichsverhandlungen wurde uns dann ein Fachanwalt für Insolvenzrecht an die Seite gestellt. Der Vorteil liegt her einfach in der Kompetenz und den langjährigen Erfahrungen im Umgang mit den Gläubigern. Weitere Zahlungen an die Gläubiger hatten wir dann erst einmal eingestellt. Fest stand nun, wir hatten Euro 64.000,- Schulden bei 7 Stellen. Dies Gläubiger wurden dann vom Rechtsanwalt angeschrieben und um eine Forderungsaufstellung gebeten weil alles reguliert werden sollte.

Wir waren nun in der irrtümlichen Annahme das nun alles schnell geht und die Gläubiger es eilig haben an Geld zu kommen. War aber von uns falsch gedacht. Die schickten ihre Mahnungen weiter, ließen sich aber für die Forderungsaufstellungen viel Zeit. Bis die alle da waren zogen mehrere Monate ins Land. Dann kam der nächste Schritt. Es wurde den Gläubigern ein Tilgungsplan über eine Laufzeit von 6 Jahren übersandt. Nun war wieder Geduld angesagt. Die Antwortschreiben tröpfelten so langsam nacheinander ein. Der Inhalt dieser Schreiben war unterschiedlicher Natur. Von “ Wir stimmen zu, wir stimmen zu wenn……, wir lehnen ab“. Der Rhytmus von 3 Monaten warten schien sich einzupendeln. Das Ergebnis waren dann 5 Zustimmungen und 2 Ablehnungen. Glücklicherweise hatten die Gläubiger mit den höchsten Forderungen zugestimmt so das hier die Mehrheit an Stimmen über die höchsten Beträge vorlag. Also mußte doch noch das Gericht in Anspruch genommen werden. Nach weiteren 2 Monaten kam dann endlich die Nachricht der Vergleich ist zustande gekommen. Es gab einen Verteilerschlüssel wie die Euro 400,- nun monatlich an die Gläubiger zu zahlen sind.
Die Schulden waren nun von Euro 64000,- auf Euro 28.000,- geschrumpft und in 72 Raten zu zahlen. Die neue Forderungshöhe ist festgeschriebn, so das keine Zinsen mehr anfallen. Bei unseren tatsächlichen Schulden hätten die monatlichen Euro 400,- nicht einmal für die Zinsen gereicht. Da wir schon vorher die Anwaltskosten in Raten zahlen konnten haben wir auch hier keine Probleme mehr. Wir haben das Alles hier mal geschrieben
um auch Anderen mal zu verdeutlichen dass so eine Entschuldung doch nicht so einfach ist und man viel Durchhaltevermögen haben muß.

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Author: Annette Ulpins